Aus der Facilitationküche – Die Happiness Door

In PRINCE2-Blog by Oliver Buhr1 Comment

Feedbackbögen − oftmals eine lästige Pflicht für Seminarteilnehmer. Und dabei wollen wir Trainer mit unseren Feedbackbögen doch nur das Beste. Doch Professor Facilo hat einen Tipp: Die Happiness Door. Ein Feedback-Instrument, das Du in einer Minute erstellt hast und das mehrere Vorteile mit sich bringt.

Gerade gestern habe ich wieder ein Erlebnis dazu gehabt: Aus einem Workshop mit 50 Teilnehmern kamen 11 ausgefüllte Feedbackbögen zurück. Ich kenne nur die Zahl, nicht aber den Inhalt. Ich vermute jedoch, dass der Inhalt nicht repräsentativ für den Workshop war und die Rückmeldung eher von denjenigen kam, die etwas zu kritisieren hatten.

Die Realität

Eigentlich wollen wir Trainer mit den Feedbackbögen nur das Beste. Wir haben den Anspruch, zu lernen und immer besser zu werden. Wir möchten die echte Meinung von den Teilnehmern hören. Auch Kritik können wir vertragen (so lange sie konstruktiv ist natürlich). Und so verwenden wir ungefragt die Feedbackbögen, die unser Kunde vorbereitet hat und in jedem seiner Workshops zum Einsatz bringt. Die Teilnehmer sind die Prozedur natürlich schon gewöhnt und gehen das Feedback in genau dieser Manier an, als Prozedur. Die Pflichtbewussten und die Nörgler sind dann diejenigen, die uns mit ihrer Rückmeldung beglücken. Es geht aber auch anders!

Die Happiness Door

Aus meiner Praxis als Management 3.0-Facilitator kenne ich die Happiness Door. Ein Feedback-Instrument, das Du in einer Minute erstellt hast und das mehrere Vorteile mit sich bringt.

Und so funktioniert es: Als Happiness Door verwendest Du die Tür, die aus Deinem Veranstaltungsraum hinausführt. Alternativ bestückst Du eine freie Wandfläche in der Nähe des Ausganges. Beschrifte drei Post-Its mit Smilies, die die StimmungHapiness Dooren „positiv“, „neutral“ und „negativ“ ausdrücken und platziere sie auf der Fläche. Lege ausreichend Post-Its und Stifte für die Teilnehmer aus.

Zu Beginn Deiner Veranstaltung erklärst Du den Teilnehmern das Feedback-Instrument:

– Jeder kann jederzeit Feedback geben

– Das Feedback schreibt der Teilnehmer auf ein Post-It und benennt etwas, was ihm in der Veranstaltung auffällt

– Der Teilnehmende platziert seine Rückmeldung in dem entsprechenden Stimmungsbereich

Während Deiner Veranstaltung kannst Du immer wieder an die Happiness Door erinnern und zur Rückmeldung aufrufen. Auch kannst Du mit gutem Beispiel voran gehen und eine Einschätzung aus Deiner Perspektive abgeben. „Viele gute Rückfragen“, „vorbereitete Teilnehmer“ oder auch „Klimaanlage funktioniert nicht“.

Wünschenswert ist es, dass sich Deine Happiness Door nun sukzessive mit Rückmeldung füllt. Wenn die Rückmeldungen eine Handlung erfordern, kannst Du in Deiner Veranstaltung auch schon einmal gemeinsam mit den Teilnehmern die Feedbacks anschauen und Vereinbarungen über etwaige Anpassungen treffen.

Wie wirkt es?

Welche Vorteile bietet die Happiness Door?

– Feedback kommt unmittelbar zurück

– Du kannst schneller reagieren, wenn die Stimmung kippt

– die Teilnehmer haben selbst ein gesamthaftes Stimmungsbild vor Augen

Die Happiness Door ist so einfach, dass Du sie nicht nur bei Trainings und Workshops anwenden kannst, sondern sogar in Meetings. Wenn Du bei einem Kunden mehrere Veranstaltungen durchführst, kannst Du es sogar schaffen, dort die Etablierung einer Feedback-Kultur anzustoßen.

Ich selbst verwende die Feedback Door mittlerweile bei jeder Gelegenheit. Umfang und Qualität der Rückmeldungen sind im Vergleich zum klassischen Feedbackbogen spürbar gestiegen.

Smiley1

Kommentare:

  1. Rositta Beck sagt:

    Die Methode gefällt mir. Ich nehme die Idee mit ins nächste Gespräch mit der Personalentwicklung. Danke schön.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.