Communtiy Day Speaker Torsten J. Koerting im Interview zum Thema „Wie es großen Unternehmen gelingt, unterschiedliche Projektkulturen zu leben“

In Community Day 2017 by Oliver BuhrLeave a Comment

Wir veranstalten am 27. April 2017 zum dritten Mal den Community Day, in diesem Jahr in Frankfurt unter dem Motto „Projektmanagement im Wandel der Digitalisierung“. Der Community Day ist eine Veranstaltung von und für Projektmanager mit einem Mix aus fundierten Keynotes, Workshops und Barcamp-Sessions. Eines ist in diesem Jahr sicher: Wir bringen mit visionären Speakern und spannenden Diskussionen frischen Wind in dein Projektmanagement! Wir haben unsere Speaker vorab interviewt, um dir eine kleine Vorschau auf die Themen zu geben. Jede Woche stellen wir unsere Speaker vor, heute im Interview: Torsten Körting.


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Oliver Buhr: Auf der anderen Seite sitzt jetzt Torsten Koerting, der auch Speaker auf unserem Community Day ist. Hallo Torsten, ich grüße Dich!

Torsten Koerting: Hallo Oliver, ich grüße Dich! Danke, dass ich dabei sein darf!

Oliver Buhr: Ich möchte ein paar Worte vorab zu Torsten Koerting sagen. Torsten Koerting ist sehr ähnlich wie ich hauptsächlich in dem Thema Projektmanagement drin und Torsten Koerting ist auch sehr präsent. Torsten ist nämlich neben Hochschuldozent auch Redner, Buchautor und natürlich Coach und Berater. Ich habe selber ein Buch von Dir, Torsten, hier bei mir im Bücherregal stehen. Das ist das Turn around Buch, das mir sehr gut gefallen hat, weil es sich wirklich mit einem ganz konkreten Thema beschäftigt, wie man Projekte in Schieflage wieder zurück auf Spur bekommt. Was mir besonders gut gefällt: Als ich mich ein bisschen vorbereitet habe, ist, dass Du Dich nicht einfach so als Berater mit unheimlich viel Wissen verstehst, sondern dass Du Dich als Enabler siehst; dass Du jemand bist, der Kunden und Projekte begleitet und Impulse setzt und dabei hilft, Veränderungen anzustoßen. Das finde ich wirklich eine sehr schöne Einstellung.

Habe ich etwas vergessen, Torsten? Gibt es noch was zu erwähnen über Dich?

Torsten Koerting: Was soll ich sagen? Nach der Vorstellung kann es jetzt nur noch schlechter werden. Vielen Dank dafür!

Oliver Buhr: Ja prima. Dann lass uns mal einsteigen: Du bist am 27. April dabei als einer derjenigen, der eine Session gestaltet. Was für ein Thema bringst Du mit?

Torsten Koerting: Erstmal vielen Dank, dass ich dabei sein darf! Den Community Day gibt es jetzt schon ein paar Jahre. Es ist jetzt das erste Mal, dass ich dazu einen Beitrag leisten kann. Das Thema, was ich mir überlegt hatte ist eins, auf das ich schon vor vielen Jahren in wöchentlichen Vorträgen hingewiesen habe. Damals noch getrieben aus dem Buch “The World is flat” von Thomas Friedman. Da ging es um die Globalisierung und die zehn flatteners, die dazu geführt haben, dass die Welt immer weiter zusammenwächst. Ich glaube der Begriff, der heute geprägt wird, ist das Thema “Vuca World”, also wir in einer volatilen Welt leben, wo Veränderung der Schlüssel ist; das Thema Unsicherheit eine sehr große Rolle spielt.

Ich glaube, was sich gerade in Amerika tut und in der Diskussion mit Europa, zeigt das deutlicher als es je hätte gezeigt werden können. Die Welt wird komplexer, das war auch mit eines meiner Beweggründe damals vor vielen Jahren, weil durch die Globalisierung, die Welt vielerorts komplexer geworden ist und das Thema “Ambiguity” – also Missverständniss – die da sind und Unklarheiten, die daraus entstehen. Ich glaube, dass das nie so deutlich wird, wie im Umfeld des Projektmanagements, also das speziell auf Projektmanager diese Unsicherheit und dieses Vuca wirken.

Ich komme ja jetzt aus dem Umfeld der Projekte in Schieflage, die sich auch nie mehr so deutlich zeigt, wie aktuell und wir auch nie so viele Projekte in Schieflage in der Öffentlichkeit gesehen haben. Ich glaube, dass das Thema Digitalisierung weiter diesen Trend des VUCA Worlds treibt und noch verschärft und wenn ich sage: Wasserfall trifft Agilität trifft Vuca, dann ist das schon fast der perfekte Sturm und den habe ich mir zum Thema genommen, den etwas mehr in den Vordergrund zu rücken und vielleicht ein paar Impulse zu geben, wie man dem begegnen kann.

Oliver Buhr: Ja, dieses Vuca muss ich mir unbedingt mal nachschauen und recherchiere und dann werden wir vielleicht auf dem Community Day auch noch einmal darüber sprechen. Sag nochmal ganz kurz den konkreten Titel deiner Session.

Torsten Koerting: Der Titel von der Session ist “Wie es großen Unternehmen gelingt unterschiedliche Projektkulturen zu leben”. Das ist der Titel und maßgeblich dadurch bedingt, dass wir gerade in diesem Rahmen der Veränderung erleben. Ich bin ja ein Wasserfallgestirn darf man sagen; ich bin schon fast ein Dinosaurier. Meine Frau sagt, ich werde immer grauer und auch wenn man es mir nicht ansieht, bin ich fast 30 Jahre im beruflichen Kontext unterwegs. Damals mit 15 Jahren bin ich bei der Deutschen Bank in die Lehre eingestiegen und somit ein Urgestein der Wasserfall-Vorgehensweise. Ich darf am eigenen Leib spüren und erfahren, wie sich die Projektmanagement im Sinne der Agilität, im Sinne der agilen Vorgehensweisen nun reibt mit den klassischen Vorgehensweise des Wasserfalls.

Diese Begegnung gemeinsam gepaart mit Vuca, das heißt Organisationen – speziell große Organisationen -, die beide Projektmanagement-Vorgehensweisen – wenn ich mal diese zwei als solche groß betrachte – gemeinsam mit dieser Vuca World doch einiges an Dynamik erleben und erfahren. Mein Vortrag geht mehr in die Richtung: Wie kriegen wir das zusammen – wie können sich beide Welten so begegnen, dass sie gemeinsam eine stärkere Stoßrichtung bekommen, als sich gegenseitig so weit zu reiben, dass daraus mehr Hitze entsteht als Fortbewegung?

Oliver Buhr: Ja, schön. Wir beide, merke ich, haben ganz viele Gemeinsamkeiten. Ich komme auch aus der klassischen Welt und habe in meinem ganzen Berufsleben eigentlich nur Projektmanagement gemacht. Als wir beide uns über ein passenden Titel unterhalten haben, der auch zum einen gut zu unseren Kunden und zu unserer Zielgruppe passt und zum anderen auch in dieses Thema Digitalisierung, da sind wir darauf gekommen, dass es sicherlich spannend ist, aus Deiner Erfahrung zu sprechen. Wie man das in großen Unternehmen mit diesen beiden unterschiedlichen Welten, wo wir beide auch die Vorteile sehen, reinbringt und ich glaube, da können die Teilnehmer Spannendes erwarten; insbesondere auch Praxiserfahrung. Also, nichts was sich in Deinem Kopf als Möglichkeit dargestellt hat, sondern ganz konkrete Fakten.

Abschlussfrage, Torsten: Wo ist das Projektmanagement in fünf Jahren?   

Torsten Koerting: Über die Frage, die Du im Vorfeld glücklicherweise mit mir geteilt hast, durfte ich etwas nachdenken. Ich glaube, wenn man das so sagen darf in diesem Call, die Sau, die gerade durch’s Dorf getrieben wird, ist das Thema Automatisierung und Robotics. Im letzten Jahr war es möglicherweise Digitalisierung. Im Jahr davor war es vielleicht die Cloud, vielleicht auch anders herum, vielleicht habe ich mich in den Jahren auch geirrt. Aber ich glaube das Thema Robotics nimmt dieses Jahr einen großen Stellenwert ein.

Ich sehe Projektmanagement in fünf Jahren immer noch als eine wesentliche Disziplin, überhaupt große Unterfangen erfolgreich zu beenden oder voranzutreiben und zum Ziel zu führen. Ich glaube, dass wir zu einer Profession gehören, die nicht durch Roboter oder durch Automatisierung obsolet wird, sondern durch ein kuratiertes Wissen, wir uns als Projektmanager über die nächsten Jahre auf eine sehr solide Basis stellen dürfen und sollten, um dieser Welt zu begegnen. Was kuratiertes Wissen ist und wie wir das vielleicht auch angehen können, dazu werde ich sicherlich zwei, drei Sätze in meinem Vortrag sagen.  

Oliver Buhr: Ich glaube, Torsten, dass wir beide uns jetzt noch eine halbe Stunde oder eine Stunde bestens miteinander unterhalten können. Dieses kurze Interview soll ja eigentlich nur ein Vorgeschmack geben, auf das, was der Community Day liefern wird und das hast Du bestens geschafft. Ich freue mich darauf, Dich dann am 27. April zu erleben und mit Dir auch ein bisschen tiefer zu sprechen und ich glaube, wir haben auch bei unseren Zuschauern Neugier geweckt. Hab schon einmal vielen Dank dafür, lieber Torsten!

Bist du jetzt neugierig geworden und hast Lust darauf bekommen, einen ganzen Tag zusammen mit motivierten und inspirierenden Gleichgesinnten zu verbringen, um der Frage nachzugehen: Was passiert, wenn agiles Projektmanagement auf Digitalisierung trifft? Dann sichere dir jetzt dein Ticket für den Community Day!

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