voll ins Ziel

Von der Kunst, Ziele zu erstellen

In PRINCE2-Blog by Oliver Buhr1 Comment

Fast jeder kennt das Zitat von Christian Morgenstern: „Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden“. Nun ist es aber so eine Sache mit den Zielen. Allein die Existenz von Zielen bringt uns noch nicht voran. Ziele wollen auch wohldefiniert sein. In diesem Artikel klären wir die Frage, wie eine Zielbeschreibung aussehen muss, damit sie uns auf den richtigen Weg führt?Richtig definierte Ziele haben einen mehrfachen Nutzen. Deshalb lohnt es sich auch, etwas mehr Zeit in die Formulierung von Zielen zu stecken:

voll ins Ziel

voll ins Ziel

Ziele

– geben die Richtung vor und sorgen für Orientierung
– zeigen uns auf, wann wir es geschafft haben
– sorgen für Motivation
Relativ oder absolut?
Eine wichtige Unterscheidung vorab. Relative oder absolute Ziele?
Wenn wir uns persönliche Ziele setzen, dann sollten wir eher relativ, also bezogen auf uns selbst denken. Ein schönes Leitmotiv ist hierbei „Werde der Beste, der Du sein kannst“. Für einen Sportler sind persönliche Bestzeiten das Maß der Dinge. Dann weiss er wieder, dass er besser geworden ist als er jemals wahr. Strebt ein Sportler an, Olympiasieger zu werden, und zufällig gibt es gerade in dem Moment einen Sportler auf der Welt, der einen Hundertstelsekunde schneller, dann ist das mehr als tragisch.

Im Folgenden wollen wir die Ziele von Projekten einmal näher unter die Lupe nehmen. Und hier gilt es, absolute Ziele zu setzen. Gerade wenn Ziele in einen Kunden-Lieferanten-Umfeld definiert werden, müssen diese eindeutig nachmessbar sein. Beide Seiten sollten zweifelsfrei und einstimmig ablesen können, ob die Ziele eines Projektes schon erreicht wurden oder nicht.

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Ein gut formuliertes Ziel sollte sich genau den Zeitpunkt vornehmen, zu dem das Projekt beendet sein soll. Nicht vor Ende des Projektes und nicht viel Zeit danach. So vermeiden Sie nämlich, dass
1. Sie die Lösung oder den Weg beschreiben, um zum Ziel zu kommen. Falsch wäre zum Beispiel:  „Auswahl eines Dienstleisters für Internetmarketing und Aufsetzen von Emailkampagnen. Das wäre nämlich genau eine Beschreibung dessen, was in den Projekt zu tun ist.
2. Sie Geschäftsnutzen beschreiben, der erst viel später geschaffen werden kann, Um beim gleichen Beispiel zu bleiben wäre auch dieses Ziel für das Projekt unpassend (weil durch den Projektmanager nicht erreichbar): „Erhöhung des Bestandskundenanteils von 30% auf 50%
Richtig wäre es, sich zu fragen, welcher Zielzustand genau zum Ende des Projektes erreicht sein soll. Hier das passende Ziel aus unserem Beispiel: „Die Marketingabteilung ist in der Lage, ein für unser Produktangebot optimiertes Internetmarketing zu betreiben.“
 
Mit SMART gelingt es
Der so definierte Zustand trifft das inhaltliche Ziel des Projekt zwar im Kern, ist aber noch recht allgemein. Meistens brauchen wir eine Auflistung von konkretisierenden Anforderungen an das Projektergebnis. Für die Ausformulierung hilft uns der SMART-Ansatz.
SMART steht für
Spezifisch
Messbar
Attraktiv
Realistisch
TerminiertSpezifisch: Bedeutet, dass Sie sich mit Ihren Projekte fokussieren sollten. Kein weltverbesserenden Allgemeinplätze und auch keine Beiträge zu allen möglichen Zielen des Unternehmens. Klar umrissene Projektauftrag sorgen für Konzentration auf das Wesentliche.
Messbar: Idealerweise ist unser Ziel so klar mit messbaren Attributen ausgestattet, dass zum Ende des Projektes eine eindeutige Überprüfung der Zielerreichung vorgenommen werden kann. Ohne Verhandlungen und Interpretationen. „die Marketingtools sind so benutzerfreundlich, dass jeder nach einer zweistündigen Schulung damit arbeiten kann“

Attraktiv: Ziele sollten positiv formuliert sein. Nicht das Abstellen von Missständen beschreiben, sondern das Erreichen einer für die meisten Betroffenen erstrebenswerten Situation. Anstatt „Beseitigung des Datengrabes an Marketingzahlen“ schreiben Sie „leicht auszuwertende wesentliche Erfolgskennzahlen der Marketinginstrumente versetzen die Entscheidet in die Lage, sichere Entscheidungen zu treffen“

Realistisch: Das anzustrebende Niveau des Zieles sollte erreichbar sein. Aber auch nicht zu leicht. Es ohne Anstrengung mühelos zu schaffen ist keine Herausforderung.

Terminiert: Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie temporär sind. Ein definierter Zieltermin unterstreicht das. Das Projektende vorzugeben, bedeutet eine klare Planungsvorgabe für das Projektteam.
Ein letzter Tipp: Vermeiden Sie lang laufende Projekte. Ein Projekt, das länger als ein Jahr läuft, birgt die Gefahr in sich, aus dem Ruder zu laufen.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Buhr,

    machen wir es uns mit SMART nicht zu einfach? Ich stimme zu, dass es gut ist, Ziele zu setzen. Bei vielen Projekten ist gar nicht klar, was überhaupt rauskomen soll. Solche Projekte muss man sofort anhalten und neu aufsetzen.

    Ich habe oft erlebt, dass sich Projekte SMARTe Ziele setzen, die aber trotzdem unrealistisch sind (oder wie beschrieben Nutzen statt Projektziel vorgeben). Alle haben dem Ziel zugestimmt, aber das Umfeld nicht berücksichtigt. Meist ist das Ziel auch zu groß oder nicht konkret genug. Ich glaube, Projektziele funktioniert so nicht so gut.

    Es ist einfacher, mit einer Arbeitshypothese als Ziel zu starten. Dieses wird aber in kleine Zwischenziele zerlegt. Wenn ich mir überlegen muss, was ich in 2 Wochen erreichen kann / will, um das große Projektziel zu erreichen, denke und handle ich konkreter.

    Deswegen gefallen mir Scrum und Lean Startup so gut. Die Methoden denken in kleineren Zwischenzielen (siehe http://www.teamworkblog.de/2012/01/machen-ziele-ein-team-produktiver.html).

    Beste Grüße, Jan Fischbach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.